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04.02.2007 - StrongMan Run

Nachdem ich beim Vollmondlauf eine Wildcard für den Strongman Run gewonnen hatte musste ich wohl oder übel in Münster an den Start gehen.

Am Vortag hab ich einen guten Freund samt Frau und Tochter in Bielefeld besucht und mir beim Rutsche runterrutschen das Knie angehauen, ich konnte kaum gehen und oberhalb des Knies war eine dicke Schwellung, Ärztin Ute meinte, es sei totaler Blödsinn, in Münster an den Start zu gehen. Stimmt! Es war ein wunderbarer Blödsinn

Die Organisation war übel bis scheisse, passend zum Zustand des Truppenübungsplatzes, auf dem die Veranstaltung stattfand. So soll das ja auch sein! Die Stimmung war von Anfang an genial.

Der Lauf bestand aus 2 Runden mit je ca. 11 Hindernissen (hab nicht mitgezählt) und je 6 km Länge. Mit einer halben Stunde Verspätung fiel der Startschuss und es ging über einen Acker, Nebelmaschinen sorgten für geisterhafte Stimmung. Erstes Hindernis war ein Tümpel, an dem man durch tiefen Matsch vorbeiläuft. Nicht mit mir, wie etliche andere nahm ich die Abkürzung durch oberschenkeltiefes Wasser, sehr zur Freude der Zuschauer.

Weiter gings durchs Gelände über ein paar Mauern aus Strohballen, ca. 1 Meter hoch, für mich die ideale Höhe um einfach hochzuspringen und wieder runter und weiter.

Dann kam der erste Erdhügel:


Hier gabs auch den ersten kleinen Stau, ging aber recht zügig hoch und auf der anderen Seite wieder runter, teils auf dem Hintern, teils rennend.

Kurz danach der zweite Erdhügel, dann ein Abschnitt mit querliegenden Baumstämmen, die man leider umlaufen konnte, der letzte der ca. 10 Stämme hatte einen Durchmesser von ca. 1,50 Meter und war schon nicht ganz einfach zu überwinden.

Es folgte ein Crossabschnitt mit Gräben, Steinen... recht einfach zu laufen, allerdings sprang man sich gern gegenseitig im Weg rum.



Zwischen den Hindernissen immer mehr oder weniger lange Laufstücke. Teils erholte ich mich auf den Laufabschnitten von anstrengenden Hindernissen, teilweise an den Hindernissen von anstrengenden Laufpassagen.

Als nächstes kam eine matschige Krabbelstelle, auf allen Vieren unter auf Strohballen liegenden Gittern durchkriechen, in knöcheltiefem Matsch, das war herrlich


im Hintergrund der Übergang vom Krabbeln zum Laufen

Nun waren die Reifenstapel dran, 20 Meter weit über aufeinandergeworfene Reifen aller Grössen. Ging auch besser als ich mir das vorgestellt hatte.

Weiter gings über Strohballenhindernisse, ca. 1,20 Meter hoch, die konnte man recht flott und flüssig überwinden, allerdings waren es 10 oder 12 solche Hindernisse mit jeweils 50 bis 100 Metern Laufstrecke dazwischen, in der Summe kosteten diese ganzen Hindernisse schon ganz schön Kraft.

Dann kam die "Klagemauer". Hier war richtig Stau. Ca. 5 Minuten wartete ich in der ersten Runde, bis ich dran war, in der zweiten Runde immer noch ca. 4 Minuten. Es war aber nur kurz nervig. Die Stimmung war einfach herrlich, "Die Mauer muss weg" und "wir sind das Volk"-Chöre und sich gegenseitig helfende Mitstreiter. Im oberen Teil der Strohwand war eine Stufe von ca. 2 Metern Höhe zu überwinden, alleine fast nicht zu schaffen. wer oben war zog, wer unten war schob den anderen hoch.


Abgang von der Klagemauer

Nun gings durch ein paar an Ketten aufgehängte Autoreifen, danach mussten wir durch 4 Betonröhren kriechen, für mich die unangenehmste Übung, die Dinger waren nicht lang aber ziemlich schmal.


Im Hintergrund die Röhren

Dann der zweite Tümpel durch den man durch konnte oder aussen rum, dann nochmal eine Strohpyramide, deutlich höher als die "Klagemauer", dennoch viel einfacher zu überwinden da die Stufen nicht so hoch waren.



Das Feld war inzwischen gut auseinandergezogen, in der zweiten Runde konnte ich mein Tempo laufen, nur an der Klagemauer gab es eben wieder richtig Stau. Ich hatte mir meine Kräfte gut eingeteilt und konnte in der zweiten Runde viele Mitstreiter überholen.

Nach einem gepflegten Endspurt...

... war ich nach 1:07:xx im Ziel, heute hab ich tierisch Muskelkater in den Oberschenkeln sowie an den Armen.

5 oder 6 Duschen gabs für 1500 bis 2000 Teilnehmer, egal, nachdem 20 Leute geduscht hatten gabs eh kein Wasser mehr, solch gesunde Schlammpackungen soll man ja eh länger einwirken lassen, so hatte ich schliesslich nach 4-stündiger Heimfahrt zuhause noch das Gefühl, ein echter strong stinking man zu sein

Insgesamt spielte die Kondition die grösste Rolle, gute Läufer landeten vorne, schlechte Läufer hinten, an den Hindernissen konnte nicht allzuviel Zeit gutgemacht oder verloren werden, dafür waren sie zu einfach, Ausnahme war der Stau an der Klagemauer, da kam ich mir vor wie im Supermarkt an der falschen Kasse.

Alles in allem schon wieder ein tolles Erlebnis das ich nicht missen möchte.

7.2.07 12:26, kommentieren